Es ist erst mal offiziell, auch wenn es noch den Ausgang der Preetz-Beschwerde abzuwarten gilt: In der neuen Fußball-Saison gibt es keine 1.Bundesliga-Spiele mehr im Olympiastadion! Zumindest nicht mit Herthas Beteiligung… Die Mannschaft ist abgestiegen, die erste Bundesliga hat sich aus der Hauptstadt verabschiedet.
Ob man das Ganze jetzt bedauert oder nicht, eine Sache spricht nach wie vor für die persönliche Unterstützung von Hertha BSC: das Olympiastadion! Als Hertha Fan ist man fast jedes zweite Wochenende im Stadion und kann – wenn schon nicht den dort gebotenen Fußball – zumindest die Atmosphäre und das tolle Ambiente genießen!
Denn das Stadion ist auf jeden Fall eine „Must“-Sehenswürdigkeit. Kurz zur Geschichte:
Die Olympischen Spiele (1936) wurden 1931, knapp zwei Jahre vor den Reichstagswahlen und der folgenden Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, an Berlin vergeben – ordnete der neue Reichskanzler Adolf Hitler wegen des zu erwartenden propagandistischen Effektes für Deutschland, aber auch für sein Regime, im Oktober 1933 den Bau eines neuen Großstadions an. Das Olympiastadion wurde von 1934 bis 1936 mit einem Fassungsvermögen von 100.000 Zuschauern nach Plänen des Architekten Werner March erbaut und gemeinsam mit den XI. Olympischen Sommerspielen am 1. August 1936 eröffnet.
1974 wurde das Stadion für die Fußball-WM 1974 teilüberdacht. In den Jahren 2000–2004 wurde das Olympiastadion unter Beibehaltung des Sportbetriebs nach Entwürfen des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner für die Fußball-WM 2006 grundlegend umgebaut und modernisiert. Die Wettkampffläche wurde um einige Ränge abgesenkt, um eine dichtere Atmosphäre für Fußballspiele zu schaffen. Herausragende Kennzeichen des umgebauten Olympiastadions sind das jetzt alle Ränge umfassende Dach, an dem eine durchgängige Flutlichtbeleuchtung („Feuerring“) montiert wurde, die bei Flutlichtspielen keine Schatten oder Halbschatten erzeugt.
Nach Abschluss der Bauarbeiten fasst das Stadion jetzt 74.244 Sitzplätze. Die Gesamtkosten dieses Umbaus beliefen sich auf rund 242 Millionen Euro. Das Olympiastadion hat nach dem Umbau von der UEFA den Status eines Fünf-Sterne-Stadions verliehen bekommen.
Die offizielle Einweihung des neuen Stadions fand am 31. Juli und 1. August 2004 mit einer großen Konzertveranstaltung statt, bei der unter anderem Nena, Pink und der Dirigent Daniel Barenboim auftraten.
Übrigens, was wohl viele nicht wissen: Im Erdgeschoss des Stadions befindet sich seit 2004 eine christliche Kapelle, deren Wände mit Blattgold belegt sind. Das Glockengeläut wird mittels einer Tonbandaufnahme eingespielt, die in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche aufgenommen wurde.
Wer das Stadion nun besuchen will: es befindet sich im Ortsteil Westend im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.